Mittwoch, 20. September 2017

Montag, 18. September 2017

Alles Bluff? Künstliche Intelligenz lernt das Pokern

Im Frühjahr hat der Pokerbot Libratus vier der besten Pokerspieler der Welt geschlagen. Eine weitere Erfolgsmeldung aus dem Forschungsfeld der KI - hält sie, was sie verspricht? Was kann diese Art von Computersoftware, was nicht? Für mein Feature für Neugier genügt / WDR habe ich mit den Entwicklern von Libratus und anderen KI-Experten gesprochen. Und nebenbei geht es darum, was die Gewinner am Pokertisch von Verlierern unterscheidet ...

Die Audiodatei lässt sich hier herunterladen.

Mittwoch, 6. September 2017

"Herbst der KI" oder Überwindung des Menschen?

Wunderbare Collage vom wunderbaren Volker Strübing
Kinder, hütet euch vorm Älterwerden! Über Nacht habe ich mich in einen nörgelnden alten Mann verwandelt (hoffentlich nicht aus einem nörgelnden jungen Mann ...) Aber es hilft nichts, widerwillig, aber hartnäckig schreibe ich gegen den Hype um die Künstliche Intelligenz und die Digitalisierung insgesamt an. Wenn es sonst keiner macht.
In einer Rezension in der September-Konkret beschäftige ich mich mit der Avantgarde der Algorithmenverehrung, den Transhumanisten - eine Strömung, die ausführlicher kritisch gewürdigt werden sollte (inklusive ihrer Verbindungen zum etwas respektableren oder wenigstens theoriegesättigten "Posthumanismus").
"Wir sind dabei, einen Gott zu konstruieren", heißt es ausdrücklich bei Sam Harris (einem Transhumanisten). Zwar wird die Strömung im angloamerikanischen Raum oft als "Techno-Futurismus" bezeichnet, aber das trifft sie eben nur zum Teil. Ihre Anhänger fasziniert nicht die Technik im eigentlichen Sinn – die Apparate, die Wissenschaft –, sondern die religiösen Motive unter der Oberfläche. Es geht ihnen um Unsterblichkeit, Schöpfung, Transzendenz.
...
Sie verachten das Organische. Ich übertreibe? "Das Denken biologischer Gehirne (sic!) wird ein kurzer Vorläufer der leistungsfähigeren Erkenntnisvermögen des anorganischen, posthumanen Zeitalters sein", schwärmt Martin Rees. "Die Evolution auf anderen Welten, die um Sterne kreisen, die älter als die Sonne sind, könnte einen Vorsprung besitzen. Wenn ja, dann sind Außerirdische wahrscheinlich schon vor langer Zeit über das organische Stadium hinausgegangen." Wie die Häretikerbewegung der Katharer wollen die Transhumanisten das Leibliche überwinden und die Unsterblichkeit erreichen, mit technischen Mitteln selbst zu schönen Maschinen werden. Nur sieht das transhumanistische Paradies haargenau so aus wie das Diesseits, bis hin zu der obszönen Idee, das unsterbliche "Ich-Programm" könne mit Hilfe eines Roboters Sex haben. Beim Transhumanismus handelt es sich um eine Heilslehre ohne Transzendenz, eine Eschatologie in Comic-Version.
Der ganze Text findet sich auf meiner Internetseite.

Samstag, 2. September 2017

Digitale Arbeit - mein Leben als Minutenlöhner

Die Rosa-Luxemburg-Stiftung hat dankenswerterweise meinen Vortrag über Crowdwork und die anschließende Diskussion von der Konferenz "Neue Arbeit, neue Widerstände" online gestellt.

Mittwoch, 30. August 2017

Dienstag, 22. August 2017

Künstliche Intelligenz, natürliche Dummheit


Wir alle haben sie schon erlebt: Eltern, die so vernarrt in ihren Nachwuchs sind, dass der nichts falsch machen kann. Ich meine: nichts. Das Gekrakel von Kindern, die ihren Wachsmalstift nicht gerade halten können, zeigt für solche Mamas und Papas, dass wir es mit einem Genie vom Range eines Rembrandts zu tun haben. Jede Fehlleistung belegt nur die gewaltige Begabung.

Hier ist natürlich die Rede von der Künstlichen Intelligenz, die scheinbar auch nichts falsch machen kann. Jeder vernünftige Mensch / Zeitungsleser weiß schließlich, dass sie gegenwärtig von Triumph zu Triumph eilt und sich anschickt, reihenweise Arbeitsplätze zu vernichten und sich nach und nach sämtliche intellektuelle Fähigkeiten des Menschen anzueignen. Geradezu grotesk klingt das bei Kai Schlieter. Das jüngste gescheiterte Experiment von Facebook, die einen natürlichsprachigen Chatbot für Verhandlungen entwickeln wollen, nahm er zum Anlass, in der Berliner Zeitung unter anderem folgendes vom Stapel zu lassen:

… Maschinen verwandeln Gehirnwellen in Postings, aus Facebook wird ein Bewusstseinskonzern, ein globales Netzwerk aus neuronalen Verschaltungen von Menschen und Maschinen …. Selbstlernende Software. Erschaffen aus exponentiell wachsenden Datenmassen und Rechenleistungen. … Diese Technik macht alle zuvor geschaffenen Werkzeuge überflüssig, weil sie deren Funktion automatisiert. Auch das wichtigste Werkzeug des Menschen: die Kognition, also Informationsverarbeitung. Juristen, Versicherungsangestellte, Journalisten verloren bereits ihre Jobs. KI ermöglicht die umfassendste Automatisierung von Arbeit in der Geschichte der Menschheit. … Selbstlernende Algorithmen erkennen Muster und Bilder besser als Menschen. … „Heute müssen wir Computer nicht mehr programmieren, sie programmieren sich selbst“, schreibt der Informatiker Pedro Domingos …
Und so weiter, und so fort. Ich verstehe schon, der angedrehte, geradezu apokalyptische Ton ist dem Feuilleton geschuldet. Mit drögem einerseits / andererseits kommst du heute nicht mehr weit. Mir geht es auch nicht darum, einen Kollegen auf dem Meinungsmarkt lächerlich zu machen, obwohl es in diesem Fall verlockend leicht fallen würde. Mir geht es um ein besseres, ideologiekritisches Verständnis: Welche Rolle spielt die Künstliche Intelligenz in der populären Vorstellungswelt?

Donnerstag, 3. August 2017

Montag, 31. Juli 2017

Fun fact # 27: Elektromobilität

Um eine Batterie für ein Elektroauto entstehen herzustellen, werden pro speicherbarer Kilowattstunde zwischen 150 und 200 Kilogramm Kohlendioxid ausgestoßen.

Wegen dieser energieaufwendigen Produktion muss ein Elektroauto (beispielsweise ein Tesla Modell S) acht Jahre lang fahren, bis insgesamt weniger Kohlenstoffdioxid pro Kilometer ausgestoßen wurde als bei einem Auto mit herkömmlichem Verbrennungsmotor.

(Quelle)

Mittwoch, 12. Juli 2017

Arbeitskämpfe im digitalen Kapitalismus

Am Samstag, den 22. 7., nehme ich an einer kleinen, aber sehr feinen Tagung in der Humboldt Universität teil und spreche (unter anderem) über Crowd Work. Aus der Ankündigung:
Welche neuen Arbeitsformen entstehen in einem digitalen Kapitalismus? Wie setzen sich Ausbeutungsverhältnisse fort? Und welche Widerstände dagegen ergeben sich?

Mit einem Blick auf Arbeit in Internetplattformen (Mechanical Turk, Upwork), auf die sogenannte ‘Gig’- und ‘Sharing’-Ökonomie (Deliveroo, Helpling, Airbnb) sowie auf digitalisierte Industrie (Amazon, Foxconn) wollen wir neue Formen der Arbeit und deren Kontroll- und Ausbeutungsmechanismen beleuchten. Dabei möchten wir Möglichkeiten von neuen und alten Widerständen diskutieren.